Bekommt mein Ehepartner die Hälfte meiner Firma?
Nein. Der Zugewinnausgleich ist in der Regel ein Geldanspruch: Ausgeglichen wird die Hälfte des Unterschieds zwischen den Zugewinnen beider Ehegatten. Der Unternehmenswert ist eine Position in dieser Rechnung. Wie hoch der Anspruch im Einzelfall ist und wie er erfüllt wird, klären Sie mit Ihrer Anwältin oder Ihrem Anwalt.
Muss ich mein Unternehmen wegen des Zugewinnausgleichs verkaufen?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten und ist eine rechtliche Frage. Für die Bewertung wird zwar ein fiktiver Verkauf unterstellt, etwa für die latente Steuer, ein tatsächlicher Verkauf folgt daraus aber nicht. Eine belastbare Zahl hilft, Finanzierung und Einigung realistisch zu planen.
Was zählt, wenn der Erfolg stark an meiner Person hängt?
Bewertet wird nur die Ertragskraft, die auf einen Erwerber übergehen kann. Der Teil, der auf Ihrer persönlichen Arbeit beruht, wird über einen individuellen Unternehmerlohn abgezogen; persönliche Kontakte und Reputation können über eine zeitlich begrenzte Übertragbarkeit berücksichtigt werden.
Welcher Stichtag ist maßgeblich?
Für das Endvermögen die Rechtshängigkeit des Scheidungsantrags, also dessen Zustellung (§ 1384 BGB). Für das Anfangsvermögen der Beginn des Güterstands, meist die Eheschließung; es wird auf die Kaufkraft des Endstichtags hochgerechnet. Beide Stichtage bewerten wir nach denselben Grundsätzen.
Wie wird ein angemessener Unternehmerlohn bestimmt?
Nach der Rechtsprechung orientiert er sich an den individuellen Verhältnissen: Aufgaben, Verantwortung, Qualifikation und tatsächlicher Arbeitseinsatz, einschließlich nicht leitender Tätigkeiten. Wir leiten ihn nachvollziehbar her und zeigen, wie stark er den Wert bewegt.
Was ist der Unterschied zwischen Unternehmenswert und Buchwert?
Der Buchwert zeigt das bilanzielle Eigenkapital. Der Unternehmenswert ergibt sich aus der künftigen, übertragbaren Ertragskraft. Beide können weit auseinanderliegen – in beide Richtungen.
Werden Steuern berücksichtigt?
Ja. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ist eine latente Ertragsteuer abzuziehen, unabhängig von einer Verkaufsabsicht (BGH, Urteil vom 9. Februar 2011, XII ZR 40/09). Nach IDW S 13 kann gegenläufig ein Steuervorteil des fiktiven Erwerbers zu würdigen sein. Die steuerlichen Prämissen stimmen Sie mit Ihrer Steuerberatung ab.
Kann ich ein vorhandenes Gutachten prüfen lassen?
Ja. Wir prüfen Methodik, Annahmen und Rechenweg eines Privat-, Partei- oder Gerichtsgutachtens und zeigen, welche Annahmen den Wert tragen und wie sich sachgerechte Alternativen auswirken.
Kann eine Bewertung auch gemeinsam beauftragt werden?
Ja. Beide Ehegatten können uns gemeinsam beauftragen. Das schafft eine gemeinsame Faktenbasis und ist oft der kürzeste Weg zu einer Einigung. Daneben erstellen wir neutrale Gutachten und Parteigutachten für eine Seite.
Ist eine Bewertung vor Gericht verwertbar?
Ein Parteigutachten ist im Verfahren qualifizierter Parteivortrag; das Gericht kann zusätzlich einen eigenen Sachverständigen bestellen. Eine Wertberechnung mit begrenztem Umfang kann dabei geringer gewichtet werden als ein vollständiges Gutachten. Welche Form sinnvoll ist, klären wir vorab mit Ihnen.
Welche Unterlagen werden benötigt?
Für die erste Einordnung keine. Für die Bewertung typischerweise Jahresabschlüsse der Jahre vor dem Stichtag, Auswertungen, gegebenenfalls Planungen, Gesellschaftsvertrag und Angaben zur Tätigkeit des Inhabers. Die genaue Liste erhalten Sie mit dem Angebot.
Wie lange dauert eine Bewertung?
Das hängt von Umfang, Unterlagen und Anzahl der Stichtage ab. Den Zeitrahmen legen wir vor der Beauftragung verbindlich fest – auch mit Blick auf anstehende Termine.
Was kostet eine Bewertung oder Gutachtenprüfung?
Wir arbeiten zum Festpreis, ab 3.700 €. Den genauen Preis erhalten Sie nach dem Erstgespräch mit einem Angebot zum vereinbarten Umfang. Erst dann entscheiden Sie über die Beauftragung.